Basisinformation

Neckarsulm, 08.07.2013

Die Manufaktur der quattro GmbH: Die Fertigung des Audi R8

Die quattro GmbH baut die R8-Modelle in einer eigenen Manufaktur im Werk Neckarsulm. Mehr als 80 Prozent der Kleinserie werden dort per Hand gefertigt, sowohl im Karosseriebau als auch in der Montage.

Die Aluminiumkarosserie des R8 Coupé, in der ASF-Bauweise (Audi Space Frame) konzipiert, demonstriert mit ihren gerade mal 210 Kilogramm Gewicht das Potenzial des Leichtbaus von Audi. Der Aufbau bezieht einen mittragenden Motorrahmen aus Magnesium ein. Beim R8 Coupé verbinden 99 Meter MIG-Schweißnähte (Metall Inert Gas), 782 Stanznieten und 308 automatisiert gesetzte FDS-Schrauben (Flow Drill Screws) die Teile der Karosserie miteinander. Bei der FDS-Verbindungstechnik furchen sich die Schrauben unter Wärme- und Druckeinwirkung ihr eigenes metrisches Gewinde in das Material. Das Verfahren kam erstmals beim Audi R8 zum Einsatz und wird heute auch für andere Audi-Modelle genutzt.

Im ersten Arbeitsschritt entstehen der Vorderwagen, der Mittelboden und der Hinter-wagen des R8 voneinander getrennt. Nachdem sie zum Unterbau zusammengefügt sind, kommen die Gussknoten und die Säulen hinzu; hoch qualifizierte Mitarbeiter ziehen die Schweißnähte. Eine vollautomatische Messanlage überprüft die Maßhaltigkeit jeder Karosserie auf Zehntelmillimeter – der Scanner arbeitet berührungsfrei und prüft mit seinen 95 Laser-Sensoren innerhalb von fünf Sekunden 220 Punkte. Zur Stichproben-Kontrolle dient ein Computertomograph; seine Röntgenstrahlen decken Abweichungen im Bereich eines Tausendstelmillimeters auf.

In einer so genannten Geometrie-Station werden die Frontklappe und – beim Coupé – die hinteren Seitenteile mithilfe hochpräziser Montagegestelle an die Karosserie geschraubt. Der Audi R8 Spyder hat an ihrer Stelle große Teile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) – ein Highend-Material, das auch bei der Abdeckklappe des Verdeckkastens im Einsatz ist. Das Stoffverdeck bildet mit dem Deckel, der Ablagewanne, dem Heckscheibenmodul und dem Überrollschutz einen Block, der die Steifigkeit der ASF-Karosserie weiter steigert.

Ein Arbeitstakt in der R8-Montage ist mit über 30 Minuten Taktzeit deutlich umfangreicher als in der Großserienfertigung; Audi setzt hier besonders erfahrene Mitarbeiter ein. Sie müssen bis zu 50 Teile in einer vorgegebenen Reihenfolge einbauen und bis zu zwölf verschiedene Werkzeuge beherrschen. Jeder fertige R8 absolviert eine intensive Qualitätsabnahme auf der Prüfstrecke im Werk und eine einstündige Kontrollfahrt auf öffentlichen Straßen – eine Vorschrift, die auch für die RS-Modelle gilt.

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Die Manufaktur der quattro GmbH: Die Fertigung des Audi R8
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