Basisinformation

Neckarsulm, 22.05.2014

Technische Entwicklung

In der Technischen Entwicklung am Audi-Standort Neckarsulm arbeiten insgesamt 1.275 Mitarbeiter (Stand: 31.12.2013). Zu den Schwerpunkten gehört die quattro GmbH, das Leichtbau­zentrum, die Entwicklung von Benzin- und Dieselmotoren, der Sport- und Sondermotoren sowie die Entwicklung von Innenausstattungen.

Leichtbau
Im Audi Leichtbauzentrum Neckarsulm arbeiten rund 196 Mitarbeiter eng mit Forschungsinstituten und Industriepartnern zusammen. So lässt sich sicherstellen, dass die Marke ihren Vorsprung auf diesem Gebiet weiter ausbaut. Ein wichtiger Baustein ist dabei das neue Technikum für Faserverstärkte Kunststoffe (FVK).

2012 offiziell eingeweiht, beschäftigen sich hier inzwischen rund 50 Experten mit faserverstärkten Kunststoffen. Bei den Werkstoffen CFK und Aluminium pflegt Audi einen intensiven Technologietransfer mit anderen Konzernmarken wie etwa Lamborghini. Die Erkenntnisse aus dem Neckarsulmer Leichtbauzentrum schlagen sich bis heute in einer dreistelligen Zahl an Leichtbau-Patenten nieder. Zudem holte Audi bereits vier Siege beim „Euro Car Body Award“, dem weltweit wichtigsten Wettbewerb für Karosseriebau.

Mit dem Audi A8* hat Audi 1994 das erste Großserienautomobil der Welt mit selbst tragender Aluminiumkarosserie auf den Markt gebracht. Seither hat das Unternehmen seinen Vorsprung im Leichtbau gegenüber dem Wettbewerb kontinuierlich ausgebaut und die Gewichtsspirale umgekehrt. Dabei machen es sich die Ingenieure zunutze, dass ein geringeres Karosseriegewicht auch Auswirkungen auf viele andere Technikfelder im Gesamtfahrzeug hat – vom Motor bis hin zum Kabelbaum. Durch die Elektrifizierung des Antriebsstrangs sind weitere Anstrengungen nötig, um das zusätzliche Gewicht zu kompensieren. Hierzu eignet sich auch der Einsatz kohlenstofffaserverstärkter Kunststoffe, die nochmals zwischen 20 und 60 Prozent leichter sind als Aluminium. Neue Produktionsverfahren erlauben erstmals die wirtschaftliche Kleinserienfertigung am Standort Neckarsulm. Mit dem FVK-Technikum öffnet Audi die Tür zum Leichtbau der Zukunft durch neue Werkstoffe sowie Funktions- und Systemintegration.

Der in Neckarsulm gefertigte Audi A6 ist je nach Version bis zu 80 Kilogramm leichter als sein Vorgänger. Das Leichtbau-Prinzip von Audi schont die Ressourcen, senkt den Kraftstoffverbrauch und erhöht damit die Wirtschaftlichkeit. Der neue Audi A6 verbraucht, abhängig von der Motorisierung, bis zu 21 Prozent weniger als sein Vorgänger. Der Leichtbau hat an diesem Fortschritt etwa ein Fünftel Anteil – generell verringern 100 Kilogramm Gewichtsersparnis den Verbrauch um bis zu 0,4 Liter pro 100 Kilometer. Das entspricht einer Senkung der CO2-Emission um bis zu 8,5 Gramm pro Kilometer. Die Initialzündung für den Leichtbau im Gesamtfahrzeug liefert bei Audi die Karosserie, von ihr gehen zahlreiche Sekundäreffekte aus. Auch bei der Sportlichkeit, der Fahrsicherheit und beim Komfort hat der Leichtbau entscheidende Vorteile. Der Bremsweg ist kürzer, und es entsteht weniger Abwärme. Von der Umkehr der Gewichtsspirale profitieren die in der Audi Space Frame-Bauweise (ASF gebauten Karosserien), aber auch alle anderen Audi-Modelle.

Aluminium, hoch und höchstfeste Stähle, Magnesium sowie Faserverstärkte Kunststoffe – Audi kennt alle Karosseriebau-Materialien aus seiner Entwicklungsarbeit im Detail, mit sämtlichen Vor- und Nachteilen. Die Philosophie lautet dabei: „Das richtige Material am richtigen Ort in der nur notwendigen Menge“. Die Ingenieure im Neckarsulmer Leichtbauzentrum treiben den Wettbewerb zwischen den Werkstoffen immer weiter, stets auf der Suche nach der noch besseren Lösung. Die Audi-Karosserie der Zukunft wird diese Highend-Materialien nutzen, je nach Modell in unterschiedlicher Zusammensetzung. Das Unternehmen hat seine Kompetenz Zug um Zug ausgebaut, gerade in der Fertigung sind zahlreiche Hightech-Verfahren hinzugekommen. Leichtbau bedeutet für Audi nicht nur Werkstoffkunde, sondern auch die volle Kompetenz in der Prozesstechnik und Qualitätssicherung, die Entwicklung neuer Verbindungstechnologien und die Absicherung von Service – und Reparaturmöglichkeiten.

Motorenentwicklung
Im Jahr 1975 begann bei Audi in Neckarsulm die Entwicklung des direktein­spritzenden Dieselmotors (TDI) für den Gesamtkonzern; 1989 ging der Audi 100 TDI in Serie. Der TDI steht heute für „Vorsprung durch Technik“, ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Jeder zweite produzierte Audi ist heute mit einem TDI-Motor ausgerüstet. 2013 hat Audi mit dem Audi SQ5 TDI* das erste S-Modell mit einem Dieselmotor auf den Markt gebracht. Der 3.0 TDI, von zwei Turbos aufgeladen, stellt 230 kW (313 PS) bereit, seine Drehmomentkurve gipfelt bei 650 Nm. Ein Soundaktuator in der Abgasanlage verleiht dem V6-Biturbo einen tiefen, sonoren Klang.

Seit 1984 entwickeln die Experten am Standort hochleistungsfähige Ottomotoren. Die Highperformance-Aggregate (Acht- und Zehnzylinder) werden sowohl in den Modellen der AUDI AG, in den RS-Modellen und dem Audi R8* der quattro GmbH eingesetzt. Jüngstes Beispiel ist der in Neckarsulm entwickelte 4.0 TFSI Motor. Auch die 2013 vorgestellten Modelle Audi RS 6* und Audi RS 7 Sportback* nutzen beispielweise den stärksten Serienmotor in der Modellpalette von Audi. Der 4.0 TFSI holt aus 3.993 cm3 Hubraum 412kW, die 700 Nm Drehmoment stehen von 1.750 bis 5.500 Touren bereit.

Mit dem Rennsaisonende feiert die Sportmotorenentwicklung einen besonderen Erfolg: Seit 20 Jahren kein Motorschaden im Rennen, bei über 2300 Starts. Darunter 2013 Highlights wie der zweite Sieg in Folge mit einem Hybrid-Rennwagen bei den 24 Stunden von Le Mans (F), den Weltmeistertitel in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC sowie der Fahrertitel und die Team-Meisterschaft in der DTM.

quattro GmbH
Seit 1883 steht die quattro GmbH für Höchstleistung und Hightech. Neben der Entwicklung und dem Bau der RS- und R8-Modelle deckt die Audi-Tochter die Felder Fahrzeugindividualisierung und Accessoires sowie Kunden-Motorsport ab. Ihr Sitz ist am Standort Neckarsulm. 2013 feierte das Unternehmen neben dem 30-jährigen Bestehen ein erfolgreiches Jahr: Mit vier neuen RS-Markteinführungen hat die quattro GmbH aktuell die größte Modellpalette seit ihrem Bestehen. Das Portfolio umfasst acht RS-Modelle sowie die Ikone Audi R8*. Insgesamt hat die quattro GmbH bis heute fast 90.000 Autos gebaut, alleine 2013 knapp 15.000 – ein Rekord für das Tochterunternehmen. Darüber hinaus wurden über 160.000 Autos individualisiert und 2,5 Millionen Accessoires verkauft.

Mit dem Richtfest im Industriepark Böllinger Höfe wurde 2013 gleichzeitig ein wichtiger Grundstein für die Zukunft gelegt: Ab Herbst 2014 wird hier der Audi R8* vom Band fahren. In der neuen Produktionshalle sind Karosseriebau und Montage des Supersportwagens unter einem Dach vereint. Dadurch werden die Produktions-prozesse optimiert und die Kleinserienkompetenz am Standort Neckarsulm weiter ausgebaut.

Siegreich war das Jahr 2013 auch für Audi Sport customer racing: Audi-Kundenteams fuhren bei den wichtigsten Langstrecken-Rennen der Welt und zahlreichen Meisterschaften Siege ein. Zudem gelang Audi Sport customer racing beim 24-Stunden-Rennen in Daytona (USA) im Januar ein Doppelsieg in der GT-Klasse.

Ein weiteres Highlight war die Sonderausstellung „Adrenalin pur!“ im Audi Forum Neckarsulm mit der die quattro GmbH zum runden Geburtstag ihre Geschichte mit über 13.000 PS und 30 Jahre Emotionen pur präsentierte. Auf allen drei Ebenen des Gebäudes wurden von Oktober 2013 bis Januar 2014 zahlreiche automobile Höhepunkte gezeigt: vom ersten von der quattro GmbH produzierten Auto, hin zum Kunden-Motorsport und der aktuellen Palette der High Performance Modelle, Prototypen, Accessoires und Fahrzeugindividualisierung.

* Die Verbrauchs- und Emissionswerte aller im Text genannten und auf dem deutschen Markt verfügbaren Modelle entnehmen Sie der Auflistung im letzten Kapitel der Basisinformation

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Verfügbare Dokumente

AUDI AG Standort Neckarsulm - Basisinformation
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