Pressemitteilung

Ingolstadt/Neckarsulm, 23.04.2009

Erfolgsgeschichte nach denkwürdigem Start

  • Vor 40 Jahren fusionierte die NSU Motorenwerke AG mit der
Auto Union GmbH
  • Audi NSU Auto Union AG war der Grundstein der heutigen
AUDI AG
  • Heftige Diskussionen begleiteten die Hauptversammlung 1969

Große Medienpräsenz bei der sogenannten „Hauptversammlung des Jahres“ am 26. April 1969

Neckarsulm am 26. April 1969: Der erste Tag der AUDI NSU Auto Union, aus der später die heutige AUDI AG hervorgehen sollte, war ein denkwürdiger: Nach teils heftigen Diskussionen bei der Hauptversammlung der NSU Motorenwerke AG vor 40 Jahren stimmten die NSU-Aktionäre der Fusion mit der VW-Tochter Auto Union GmbH schließlich zu. Die Veranstaltung wurde damals in der Presse als “Hauptversammlung des Jahres” bezeichnet – ganz ohne Geburtswehen war das neue Unternehmen schließlich nicht entstanden.

Nachdem die Volkswagenwerk AG im Dezember 1964 die Geschäftsanteile der Auto Union GmbH übernommen hatte, erwarb Volkswagen Ende der 60er Jahre auf der Suche nach neuen Produktionskapazitäten Stück für Stück die Aktienmehrheit der NSU Motorenwerke AG. Im Zuge dieser Übernahme betrieb der Mutterkonzern eine Fusion der beiden Tochterunternehmen aus Ingolstadt und Neckarsulm.

Am 10. März 1969 kam es zu einem Vereinigungsvertrag zwischen der Auto Union GmbH und der NSU Motorenwerke AG. Nach genau zwölf Stunden und 21 Minuten mit zum Teil heißen Diskussionen und anfänglichem Widerstand der NSU-Aktionäre stimmten diese in der außerordentlichen NSU-Hauptversammlung am 26. April 1969 dem Vertrag schließlich zu. Der trat am 21. August 1969 rückwirkend zum 1. Januar 1969 in Kraft. Ausschlaggebendes Argument für die Zustimmung der NSU-Aktionäre war die Umwandlung der Erlöse aus den so genannten „Wankellizenzen“ in „NSU Genussscheine“, die so auch nach der Fusion im Besitz der NSU-Aktionäre verblieben. VW übertrug daraufhin die Anteile der VW-Tochter Auto Union an NSU. Dem neuen Unternehmen gab man den Namen Audi NSU Auto Union AG. Sitz der Gesellschaft wurde Neckarsulm, zum Vorstandsvorsitzenden wurde der damalige NSU-Chef Dr. Gerd Stieler von Heydekampf gewählt.

Mit der NSU Motorenwerke AG hatten die Wolfsburger ein traditionsreiches Unternehmen erworben. Bis in das Jahr 1873 geht die Geschichte des einstigen Strickmaschinenherstellers und frühen Fahrradproduzenten zurück. Im Jahr 1900 stellten sie als eines der ersten Unternehmen in Deutschland Motorräder her und bauten bereits1906 ihr erstes eigenes Auto, den „Ersten Neckarsulmer Motorwagen.“ 1955 wurde NSU zum größten Zweiradhersteller der Welt. Zwei Jahre später entstand eine neue Automobilproduktion: Mit der Entwicklung des NSU Prinz kreierte man einen der Protagonisten des deutschen Wirtschaftswunders.

Auch durch die Entwicklung des Kreiskolbenmotors (dem Wankelmotor, benannt nach seinem Erfinder Felix Wankel) machte sich NSU einen Namen. Obwohl sich die Technologie letztendlich nicht durchsetzen sollte, wurde dem neuen Antriebskonzept seinerzeit weltweit großes Interesse entgegengebracht. Die Wankellizenzen verkaufte NSU an Automobilhersteller auf der ganzen Welt – unter anderem auch an Mercedes-Benz, Rolls Royce, Mazda, Citroen und General Motors. 1967 hatten die Neckarsulmer für den NSU Ro 80 als erster deutscher Hersteller die Auszeichnung „Auto des Jahres“ erhalten. Diese Limousine der gehobenen Klasse gilt mit seiner futuristisch stromlinienförmigen Anmutung heute noch als Design-Ikone. Auch die Vorstellung eines Mittelklassewagens, des K 70, der später als VW-Modell erschien, stand 1969 kurz bevor.

Zur Zeit der Fusion produzierte NSU etwa 128.000 Autos pro Jahr und erzielte einen Umsatz von mehr als 566 Millionen Mark. Ihr neuer Partner in Ingolstadt übertraf diese Werte noch: Die Auto Union erwirtschaftete 1968 mehr als 590 Millionen Mark Umsatz. Hier hatte die Montage des VW-Käfers jedoch einen großen Anteil. Im gleichen Jahr wurden mehr als 92.000 VW-Käfer und rund 70.000 Audi Modelle im Auto Union Werk Ingolstadt hergestellt. Durch die Fusion stieg das Eigenkapital der neuen Gesellschaft auf 215 Millionen Mark und die Mitarbeiterzahl auf mehr als 23.000. Das neu gegründete bayrisch-schwäbische Automobilunternehmen erzielte bereits im Jahr der Fusion einen Rekordumsatz von mehr als 1,6 Milliarden Mark (+ 43 Prozent), produzierte rund 265.000 Autos (+ 33 Prozent) und übertraf damit alle Erwartungen. Die Fusion von NSU und Auto Union sollte sich als höchst erfolgreich erweisen. Die Vielfalt technisch anspruchsvoller Konzepte in der damaligen Audi NSU Produktpalette führte 1971 zu dem Werbeslogan, der noch heute für den Namen Audi steht: Vorsprung durch Technik.

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