Pressemitteilung

Ingolstadt, 27.05.2013

Der Audi A3 Sportback g-tron

Audi A3 Sportback g-tron

Mit dem A3 Sportback g-tron unternimmt Audi einen großen Schritt in die nachhaltige Mobilität der Zukunft. Der fünftürige Premium-Kompakte, der Ende des Jahres auf den Markt kommt, kann neben fossilem Erdgas auch klimaschonendes Audi e-gas, das Audi selbst in einer neu errichteten Power-to-Gas-Anlage produziert, als Kraftstoff nutzen. Damit bringt er Ökologie, Ökonomie und Hightech auf wegweisende Art zusammen.

Im Audi A3 Sportback g-tron, dem ersten in Serie hergestellten Erdgasautomobil der Marke, zeigt sich die volle Technologiekompetenz von Audi – von der ultra-Leichtbautechnologie über das hochentwickelte Infotainment bis zu den Fahrerassistenzsystemen. Er präsentiert den neuesten Stand der CNG-Technologie (CNG = Compressed Natural Gas), inklusive der Speicherung des Kraftstoffs. Seine beiden Drucktanks unter dem Gepäckraumboden fassen je rund sieben Kilogramm Gas; sie nutzen im Wesentlichen den Einbauort der Reserveradwanne und verringern das Ladevolumen nur geringfügig.

Bei diesen Behältern, die das Gas unter 200 bar Druck speichern, gilt das ultra-Leichtbauprinzip von Audi: Sie wiegen 70 Prozent weniger als herkömmliche Stahlflaschen, jede von ihnen wiegt 27 Kilogramm weniger als das gleichwertige Pendant. Sie sind in einem neuartigen Layout aufgebaut: Eine Matrix aus gasdichtem Polyamid bildet die innere Lage, eine zweite Schicht aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) sorgt für höchste Festigkeit und eine dritte Schicht aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) schützt gegen Beschädigungen von außen. Als Bindemittel für die Faserwerkstoffe dient Epoxidharz.

Ein zweites Highlight des Audi A3 Sportback g-tron ist der elektronische Gas-druckregler. Das kompakte und leichte Bauteil verringert den hohen Druck, mit dem das Gas aus den Flaschen strömt, in zwei Stufen auf etwa fünf bis neun bar. Dadurch steht im Gasrail und in den Einblasventilen stets der richtige Druck bereit – niedrig für effizientes Fahren im unteren Drehzahlbereich, höher, wenn der Fahrer Leistung und Drehmoment wünscht.

Wenn der Druck im Tank bei etwa 0,6 Kilogramm Gasrestmenge auf unter
zehn bar sinkt, wechselt das Motormanagement selbsttätig in den Benzinbetrieb. Der Audi A3 Sportback g-tron ist bivalent ausgelegt. Er bewältigt mit Gas im NEFZ-Zyklus über 400 Kilometer und mit Benzin weitere 900 Kilometer Strecke, seine Gesamtreichweite liegt somit im Bereich eines TDI. Im Fahrerinformations-system ist der jeweils aktuelle Verbrauch zu sehen; zwei Anzeigen im Kombi-instrument informieren über die Füllstände der Tanks, deren Einfüllstutzen unter einer gemeinsamen Klappe liegen.

Nach dem Tanken und bei großer Kälte startet der Audi A3 Sportback g-tron zunächst mit Benzin und schaltet danach schnellstmöglich auf den Gasbetrieb um. Sein Motor ist ein modifizierter 1.4 TFSI; Zylinderkopf, Turboaufladung, Einspritzanlage und Katalysator sind speziell auf den Gasbetrieb ausgelegt. Mit 81 kW (110 PS) und 200 Nm Drehmoment beschleunigt der kompakte Fünftürer in weniger als 11 Sekunden von null auf 100 km/h, die Spitze liegt bei über 190 km/h.

Bei der Effizienz und Ökonomie setzt der Audi A3 Sportback g-tron Maßstäbe in seinem Segment. Die CO2-Emission am Auspuff bleibt im NEFZ-Zyklus unter 95 Gramm pro km, die Kraftstoffkosten für den Kunden liegen im Bereich von vier Euro pro 100 km. Im Mittel verbraucht der Kompakte pro 100 km weniger als 3,5 Kilogramm Erdgas oder Audi e-gas – jenen Treibstoff, der im Audi e-gas project mithilfe von Ökostrom aus CO2 und Wasser entsteht. Mit ihm startet die Marke mit den Vier Ringen in die Zukunft der Mobilität – als erster Automobilhersteller baut Audi die Produktion einer ganzen Kette nachhaltiger Energieträger auf.

Die Arbeit der e-gas-Anlage, die Audi im emsländischen Werlte errichtet hat, läuft in zwei großen Prozessschritten ab – der Elektrolyse und der Methanisierung. Im ersten Schritt nutzt die Anlage regenerativen Strom, um mit drei Elektrolyseuren Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zu spalten. Der dabei anfallende Wasserstoff kann bei Bedarf abgezweigt werden und als Treibstoff für künftige Brennstoffzellenfahrzeuge dienen.

Derzeit fehlt jedoch noch eine flächendeckende Wasserstoff-Infrastruktur, deshalb folgt der zweite Verfahrensschritt: Durch die Reaktion des Wasserstoffs mit CO2 entsteht synthetisches Methan, das Audi e-gas. Es ist chemisch mit fossilem Erdgas fast identisch, somit lässt es sich durch das deutsche Erdgasnetz an die CNG-Tankstellen verteilen und dort tanken.

Beim Kohlendioxid, das die Audi e-gas-Anlage nutzt, handelt es sich um das Abgas einer mit organischen Abfällen betriebenen-Biomethananlage, die der Energieversorger EWE in unmittelbarer Nähe betreibt. Es wird dort zur Herstellung von hochreinem Biomethan vom Rohbiogas abgetrennt. Pro Jahr produziert die Audi e-gas-Anlage voraussichtlich etwa 1.000 Tonnen e-gas und bindet dabei zirka 2.800 Tonnen CO2, die sonst die Atmosphäre belasten würden. Dadurch ist der Treibstoff klimaneutral.

Im ganzen Produktionsablauf der e-gas-Anlage, die Audi gemeinsam mit dem Anlagenbauer ETOGAS (vormals SolarFuel) errichtet hat, hat die effiziente Nutzung der Energieströme hohe Priorität. Die Abwärme, die bei der Methanisierung entsteht, dient der Hygienisierung der Abfälle und der Aufbereitung des Biogases, dadurch steigt der Gesamtwirkungsgrad deutlich. Die Audi e-gas-Anlage wird derzeit in Betrieb genommen, vom Sommer 2013 an wird sie das synthetische Gas ins Netz einspeisen.

Das Audi e-gas ist ein energiereicher Kraftstoff, der sich hervorragend zum Antrieb von Verbrennungsmotoren eignet. Mit dem e-gas aus Werlte können 1.500 neue Audi A3 Sportback g-tron jedes Jahr jeweils 15.000 Kilometer CO2-neutral zurücklegen. Im Fahrbetrieb entsteht kein Gramm CO2, das nicht vorher bei der e-gas-Herstellung gebunden worden wäre. Selbst in der umfassenden well-to-wheel-Bilanz, die den Aufwand für Bau und Betrieb von Windrädern sowie der e-gas-Anlage einbezieht, bleiben die CO2-Äquivalente nach derzeitigen Prognosen unter 30 Gramm pro km.

Grundsätzlich kann der A3 Sportback g-tron mit Erdgas, mit dem an manchen Tankstellen verkauften Biomethan oder mit e-gas fahren. Beim Audi-Partner können die an e-gas interessierten Kunden für den A3 g-tron ein bestimmtes Kontingent an e-gas mitbestellen. Damit nehmen sie an einem bilanziellen Verfahren teil, das sicherstellt, dass die Menge Gas, die sie an der Erdgas-tankstelle in den Tank füllen, durch die Audi e-gas-Anlage ins Netz eingespeist worden ist.

Die Bezahlung des e-gases erfolgt monatlich über einen Kraftstoffliefervertrag. Diesen schließt der Kunde separat zum Leasingvertrag ab. Den ausgewiesenen CNG-Preis an der Tankstelle bezahlt er über die monatliche Abrechnung der e-gas Karte. Sie fungiert als Bilanzierungsinstrument, um den Kunden nachweislich und zertifizierbar mit einer nachhaltigen Mobilitätsdienstleistung zu versorgen. Das wird an den meisten deutschen CNG-Tankstellen möglich sein – wenn der Kunde es wünscht, weist ihm das Navigationssystem oder das Smartphone den Weg dorthin. Aber natürlich kann der A3 Sportback g-tron auch an jeder anderen Erdgas-Station betankt werden und bezieht dann das dort angebotene Erdgas oder Biomethan, wie jedes andere Erdgasfahrzeug auch.

Vom Konzept des Audi e-gas project kann die deutsche Energiewirtschaft profitieren. Noch immer ist die Frage offen, wie sich regenerativer Strom, von dem mit Fortschreiten der Energiewende immer häufiger große Überkapazitäten anfallen, effizient und ortsunabhängig speichern lässt. Die mit der e-gas Anlage in Werlte weltweit erstmals umgesetzte Kopplung von Strom- und Gasnetz kann dieses Problem lösen, indem das gewonnene e-gas im größten und leistungsfähigsten Energiespeicher – dem Erdgasnetz – eingelagert wird. Diese Perspektive kann dem Ausbau der erneuerbaren Energien starke Impulse verleihen.

Audi A3 Sportback g-tron: Die Technischen Daten

Hubraum

1.395 cm3

Leistung

81 kW (110 PS)

Drehmoment

200 Nm von 1.500 bis 3.700 1/min

Verbrauch nach ECE-Norm

weniger als 3,5 kg e-gas/100 km

CO2-Ausstoß nach ECE-Norm

weniger als 95 Gramm/km

0 – 100 km/h

kleiner 11,0 s

Höchstgeschwindigkeit

größer 190 km/h

Länge / Breite / Höhe

4.310 / 1.785 / 1.425 mm

Radstand

2.636 mm

Leergewicht

1.265 kg

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