Pressemitteilung

Ingolstadt, 22.11.2013

Kür für Audi: WM-Finale in der Wüste

  • Audi kommt als vorzeitiger Langstrecken-Weltmeister nach Bahrain
  • Abschied vom aktuellen Audi R18 e-tron quattro
  • Dr. Wolfgang Ullrich: „Alles erreicht, was zu erreichen war“

Das Langstrecken-Team von Audi unter der Leitung von Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich und Chris Reinke, Leiter LMP, hat in dieser Saison alle sportlichen Ziele in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) bereits vorzeitig erreicht. Am 30. November wird das Saisonfinale für die Mannschaft des Audi Sport Team Joest daher Kür statt Pflicht.

Fünf Trainingsbestzeiten, sechs Siege, vorzeitiger Titelgewinn in der Marken-Weltmeisterschaft, dazu der Titelerfolg von Loïc Duval/Tom Kristensen/Allan McNish (F/DK/GB) in der Fahrer-Wertung * – Audi hat bereits vor dem WEC-Finale alle sportlichen Entscheidungen herbeigeführt und die WM-Titel von 2012 erfolgreich verteidigt. So kann die Marke ohne Druck ins Finale starten. In Bahrain geht für den Langstrecken-Rennsport eine Epoche zu Ende, denn zum letzten Mal wird ein Lauf nach dem bislang gültigen Reglement ausgetragen. Das auf Energieeinsparung abzielende Reglement im kommenden Jahr verändert den Sport so grundlegend, dass der künftige LMP-Sportwagen von Audi praktisch keine Schraube mit dem aktuellen Rennwagen gemeinsam haben wird.

Der Audi R18 e-tron quattro und seine Vorgänger haben diese Epoche geprägt. Seit 2011 haben die verschiedenen Baustufen des R18 insgesamt 22 Langstrecken-Rennen bestritten und davon 13 gewonnen. Bei den 24 Stunden von Le Mans blieben die Rennwagen aus Ingolstadt und Neckarsulm in allen drei Jahren ungeschlagen. Auch technologisch setzte sich Audi an die Spitze – sei es mit dem 3,7-Liter-TDI-Downsizing-Triebwerk und seinem innovativen zweiflutigen Turbolader über den ultra-Leichtbau mit dem ersten CFK-Getriebegehäuse eines Sportwagens, das die Leichtbau-Kompetenz der Marke demonstriert, bis zum Hybridkonzept e-tron quattro oder zu seriennahen technologischen Detaillösungen wie den Matrix-LED-Scheinwerfern und dem digitalen Rückspiegel mit AMOLED-Bildschirm. Nun peilt Audi nach sechs WEC-Laufsiegen sowie dem Erfolg bei den 12 Stunden von Sebring den achten Sportwagen-Triumph des Jahres an. Die 5,412 Kilometer lange Strecke in der Wüste von Bahrain ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. So ist es durchaus denkbar, dass dort die heißesten Temperaturen des Jahres herrschen werden. Als im Vorjahr Marcel Fässler/André Lotterer/Benoît Tréluyer (CH/D/F) beim WEC-Debüt in Bahrain den Sieg feierten, waren Mensch und Material bei fast 40 Grad Celsius Außentemperatur extrem gefordert. In diesem Jahr wird das Rennen zwei Monate später ausgetragen. Das Thermometer zeigt in dieser Jahreszeit rund zehn Grad niedrigere Werte an. Dennoch: Auch wenn die Zielflagge erst um 21 Uhr und damit rund vier Stunden nach Sonnenuntergang fällt, sinken die Lufttemperaturen kaum. Die Betriebstemperaturen zahlreicher technischer Komponenten fallen entsprechend hoch aus, die Haltbarkeit der Reifen über die Distanz beeinflusst die Strategie maßgeblich. Der vom Wind auf die Strecke getragene Wüstensand verändert zudem die Haftung auf dem Asphalt deutlich – viele Zutaten für ein spannendes Rennen in einem wichtigen Gebiet.

Für Audi ist der Nahe Osten eine Wachstumsregion. Zwischen Januar und Oktober steigerte die Marke ihre Auslieferungen etwa in der Region des Golf-Kooperationsrates (GCC) um 11 Prozent, auf dem Einzelmarkt in Bahrain sogar um 24 Prozent.

Die Fans dürfen sich erneut auf die Übertragung des Rennens im Internet freuen. Audi zeigt einen Livestream auf www.audi-motorsport.com. Über die Audi Sport App, Twitter sowie Facebook stehen auch weitere Hintergrundinformationen zur Verfügung.

* Vorbehaltlich der offiziellen Veröffentlichung der Resultate durch die FIA


Themen des Wochenendes


-Gelingt Audi in Bahrain der siebte WEC-Saisonsieg?
-Welche Mannschaft ist am besten auf die Hitze in der Wüste vorbereitet?
-Wird das Rennen ähnlich spannend verlaufen wie die WEC-Rennen in Austin und in Shanghai?

Stimmen der Verantwortlichen

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef):
„Unsere gesamte Mannschaft hat vorzeitig alles erreicht, was zu erreichen war, und nach dem Le-Mans-Sieg auch beide WM-Titel errungen. So können wir ohne jeglichen Druck in der Meisterschaft in Bahrain starten. Selbstverständlich gehen wir auch dort mit hohen Erwartungen an den Start. Unser Ziel ist es, wie schon im Vorjahr in der Wüste zu gewinnen und für die Marke Audi einen schönen Saisonabschluss zu erreichen.“

Chris Reinke (Leiter LMP): „Bahrain ist der letzte Einsatz für unseren aktuellen Audi R18 e-tron quattro. Zehn Siege hat unser Hybrid-Sportwagen innerhalb von nur 17 Monaten eingefahren. Auf diese Bilanz kann die gesamte Mannschaft von der Konstruktion und Entwicklung über das Testteam bis hin zur Einsatzmannschaft des Audi Sport Team Joest stolz sein. Natürlich wollen wir dem R18 e-tron quattro in Bahrain einen gebührenden Abschied bereiten, bevor mit der Saison 2014 eine neue technologische Ära beginnt.“

Ralf Jüttner (Technischer Direktor Audi Sport Team Joest): „Während in Deutschland der Winter bevorsteht, starten wir in Bahrain in der Wüste. Mit der WEC haben wir dort vor einem Jahr Neuland betreten und sind in einer modernen, schönen Anlage gestartet. Auch der Veranstalter hat sich große Mühe gegeben. Für uns gibt es nur ein Ziel: Wir wollen auch das Finale gewinnen.“

Fakten und Stimmen der Audi-Fahrer

Marcel Fässler (37/CH), Audi R18 e-tron quattro #1 (Audi Sport Team Joest)

-Errang mit seinen Teamkollegen zuletzt in China den dritten WEC-Saisonsieg
„In Bahrain wird es schön warm sein. Bei diesem Rennen entsteht eine regelrechte Ferienstimmung, denn wir sind ganz nah am Meer. Im Cockpit bedeutet die Hitze natürlich harte Arbeit bei einem Langstrecken-Rennen. Nach unserem Erfolg in China wollen wir die Saison in Bahrain mit einem weiteren Spitzenergebnis beenden.“

André Lotterer (32/D), Audi R18 e-tron quattro #1 (Audi Sport Team Joest)
-Feierte am 19. November seinen 32. Geburtstag
-Gewann mit seinen Teamkollegen 2012 das Rennen in Bahrain
„Vor einem Jahr war es im August so heiß in Bahrain, dass das Rennfahren echte Schwerstarbeit war. Wir hoffen, dass es Ende November nicht mehr ganz so warm ist. Nach sieben Rennen gehen wir auch den achten Lauf mit einem einzigen Ziel an: Wir versuchen zu gewinnen. Wir wollen auch in Bahrain zeigen, dass Audi das beste Auto hat.“

Benoît Tréluyer (36/F), Audi R18 e-tron quattro #1 (Audi Sport Team Joest)

-Fuhr zuletzt in Shanghai die schnellste Rennrunde
„Das Saisonfinale ist immer etwas ganz Besonderes. Außerdem erwarten uns dort wohl die heißesten Temperaturen des Jahres. Wir würden gern an unseren Vorjahressieg anknüpfen. Auch historisch wäre es schön, das letzte Rennen unter dem bisher gültigen Reglement zu gewinnen, bevor 2014 ein ganz neues Auto kommt.“
 
Loïc Duval (31/F), Audi R18 e-tron quattro #2 (Audi Sport Team Joest)

-Fährt erstmals mit der WEC in Bahrain, kennt den Kurs aber aus der Formel 3
„Die Strecke von Bahrain ist wirklich nicht einfach. Es gibt sehr anspruchsvolle Kurven und wir fahren mitten in der Wüste. Durch den Sand ändert sich oft die Bodenhaftung auf der Strecke. Mir macht der Kurs Spaß und ich fahre gerne in dieser Region. Ich freue mich, dort zum ersten Mal mit einem WEC-Rennwagen anzutreten.“

Tom Kristensen (46/DK), Audi R18 e-tron quattro #2 (Audi Sport Team Joest)
-Feierte mit seinen Teamkollegen in Shanghai den Gewinn der Fahrer-WM
„Auf Bahrain freue ich mich nach unserem Titelgewinn sehr. Es ist ein kleines Abenteuer, denn wir fahren sonst nicht in der Wüste auf einem so speziellen Kurs. Dort kommt es sehr auf eine gute Balance an, um präzise die ganz unterschiedlichen Kurvenradien fahren zu können. 2012 war es extrem heiß. Dieses Jahr erleben wir dort unser Finale – hoffentlich bei etwas niedrigeren Temperaturen.“

Allan McNish (43/GB), Audi R18 e-tron quattro #2 (Audi Sport Team Joest)
-Hat sich mit dem WM-Titel einen lang gehegten Traum im Rennsport erfüllt
-Qualifizierte sich vor einem Jahr in Bahrain für Startplatz eins
„Wir kommen nach Bahrain mit den vorzeitigen Titelerfolgen in der Fahrer- und Markenwertung, auch Tabellenplatz zwei für unser Schwesterauto steht fest. Damit können wir frei von taktischen Zwängen an unsere Aufgaben gehen. Niemand hat etwas zu verlieren. Wir peilen den siebten Sieg im achten Saisonrennen an. In diesem Jahr scheint mir der Audi R18 e-tron quattro noch etwas besser für die sehr spezielle Strecke in Bahrain geeignet zu sein. Ich bin gespannt.“

Die Audi-Fahrer in Bahrain

Loïc Duval (F):
* 12.06.1982 in Chartres (F); Wohnort: Genf (CH); verheiratet mit Gaëlle, ein Sohn (Hugo); Größe: 1,78 m; Gewicht: 70 kg; Audi-Fahrer seit 2012; Le-Mans-Siege: 1; WEC-Rennen: 10; WEC-Siege: 4; WEC-Pole-Positions: 2; schnellste WEC-Runden: 1; bestes Ergebnis WEC Bahrain: –

Marcel Fässler (CH): * 27.05.1976 in Einsiedeln (CH); Wohnort: Gross (CH); verheiratet mit Isabel, vier Töchter (Shana, Elin, Yael und Delia); Größe: 1,78 m; Gewicht: 78 kg; Audi-Fahrer seit 2008; Le-Mans-Siege: 2; WEC-Rennen: 15; WEC-Siege: 6; WEC-Pole-Positions: 2; schnellste WEC-Runden: 1; bestes Ergebnis WEC Bahrain: 1.

Tom Kristensen (DK): * 07.07.1967 in Hobro (DK); Wohnort: Hobro (DK); ledig (Partnerin: Hanne), zwei Söhne (Oliver und Oswald), eine Tochter (Carla Marlou); Größe: 1,74 m; Gewicht: 72 kg; Audi-Fahrer seit 2000; Le-Mans-Siege: 9; WEC-Rennen: 15; WEC-Siege: 4; WEC-Pole-Positions: 0; schnellste WEC-Runden: 2; bestes Ergebnis WEC Bahrain: 2.

André Lotterer (D): * 19.11.1981 in Duisburg (D); Wohnort: Tokio (J); ledig;
Größe: 1,84 m; Gewicht: 74 kg; Audi-Fahrer seit 2010; Le-Mans-Siege: 2; WEC-Rennen: 15; WEC-Siege: 6; WEC-Pole-Positions: 4; schnellste WEC-Runden: 3; bestes Ergebnis WEC Bahrain: 1.

Allan McNish (GB): * 29.12.1969 in Dumfries (GB); Wohnort: Monaco (MC); verheiratet mit Kelly, ein Sohn (Finlay), eine Tochter (Charlotte Amelie); Größe: 1,65 m; Gewicht: 60 kg; Audi-Fahrer im Jahr 2000, seit 2004; Le-Mans-Siege: 3; WEC-Rennen: 15; WEC-Siege: 4; WEC-Pole-Positions: 3; schnellste WEC-Runden: 1; bestes Ergebnis WEC Bahrain: 2.

Benoît Tréluyer (F): * 07.12.1976 in Alençon (F); Wohnort: Gordes (F); verheiratet mit Melanie, ein Sohn (Jules); Größe: 1,78 m; Gewicht: 68 kg; Audi-Fahrer seit 2010; Le-Mans-Siege: 2; WEC-Rennen: 15; WEC-Siege: 6; WEC-Pole-Positions: 3; schnellste WEC-Runden: 2; bestes Ergebnis WEC Bahrain: 1.

Infos zur Strecke

Streckenlänge: 5,412 km
Renndauer: 6 Stunden
Streckenrekord Qualifying: Allan McNish, Audi, 1.45,814 Minuten = 184,127 km/h (28.09.2012)
Streckenrekord Rennen: Nicolas Lapierre, Toyota, 1.47,128 Minuten = 181,868 km/h (29.09.2012)
Pole-Position 2012: Allan McNish, Audi, 1.45,814 Minuten = 184,127 km/h (28.09.2012)
Schnellste Runde 2012: Nicolas Lapierre, Toyota, 1.47,128 Minuten = 181,868 km/h (29.09.2012)

Marcel Fässler über die Strecke in Bahrain


„Der Faktor, der Mensch und Material an die Grenzen bringt, ist die Hitze. Die Strecke bietet einen Wechsel von sehr langsamen und schnellen Stellen. So entsteht ein Stop-and-Go-Rhythmus. In der ersten Kurve ist der Scheitelpunkt nicht sichtbar. Dann geht es hoch zur nächsten Kehre. Es folgt eine flüssige Links-rechts-links-Kombination, bevor wir erneut eng rechts abbiegen und die schwierigste Kurve anfahren. In einem leichten Linksknick bremsen wir eine Haarnadelkurve an, die bergab führt. Dort blockiert das linke Vorderrad gerne beim Anbremsen. Nach der nächsten Geraden und einer Linksbiegung folgt eine weitere geschwungene Kurvenkombination, bei der wir den Abtrieb gut spüren können. Die Haarnadel-Rechtskurve erlaubt viele verschiedene Linien. Es folgt eine lange Gerade und nach einer Rechtskurve kommen wir wieder auf Start und Ziel.“

Zeitplan (Ortszeiten, MEZ +2 Stunden)

Donnerstag, 28. November

15:15–16:45 Uhr    Freies Training 1
19:30–21:00 Uhr    Freies Training 2

Freitag, 29. November
10:25–11:25 Uhr    Freies Training 3
16:20–16:45 Uhr    Qualifying

Samstag, 30. November

15:00–21:00 Uhr    6-Stunden-Rennen

 
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