Rede - Es gilt das gesprochene Wort -

Wolfgang Dürheimer, Ehemaliges Mitglied des Vorstands der AUDI AG, Technische Entwicklung

Ingolstadt, 21.03.2013

Rede auf dem 15. Technischen Kongress
Verband der Automobilindustrie München

Wolfgang Dürheimer, Ehemaliges Mitglied des Vorstands der AUDI AG, Technische Entwicklung

Rede auf dem 15. Technischen Kongress Verband der Automobilindustrie München

Sehr geehrte Damen und Herren, 

vielen Dank für die Einladung zum VDA Kongress 2013 in der BMW Welt München. 

Es ist mir eine große Ehre, heute zu „quattro einmal anders“ sprechen zu dürfen. Lassen Sie mich mit einem kurzen, emotionalen Film starten.

Bilder von

  • rasanten Rallyefahrten,
  • Ikonen des Motorsports,
  • den neuesten Rennautos und
  • begeisterten Fans

– das ist für manchen vielleicht ein überraschender Einstieg in eine Key Note zum Thema nachhaltige Mobilität. Bei genauerer Betrachtung  liegt das jedoch sehr nahe.

Der Motorsport

  • treibt technologische Innovationen
  • spornt zu immer neuen Höchstleistungen an
  • und ist für uns bei Audi ein Testlabor unter Extrembedingungen.

Motorsport war für mich persönlich schon immer ein elementarer Teil meines Verständnisses von der Arbeit eines Entwicklungsingenieurs.

Rennen, vor allem Langstreckenrennen, gewinnt ein Team vor allem aufgrund zweier Kriterien. Erstens aufgrund der besseren Rundenzeiten, also wegen der Schnelligkeit.

Zweitens aufgrund der höheren Effizienz, denn ein 24-Stunden-Rennen gewinnt man nicht an der Tankstelle, sondern auf der Strecke. Effizienz ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Audi hat das in elf Gesamtsiegen bei den 24 Stunden von Le Mans und am vergangenen Wochenende bei den 12 Stunden von Sebring eindrucksvoll unter Beweis gestellt:

  • zuerst mit der TFSI-Technologie,
  • dann mit dem TDI und
  • zuletzt mit dem R18 e-tron quattro mit Hybridtechnologie.

Bei Audi und im gesamten Volkswagen-Konzern legen wir größten Wert auf den Technologietransfer zwischen Motorsport und Serie.

Kein anderer Automobilkonzern tut das so konsequent wie wir. Acht der zwölf Marken des Volkswagen-Konzerns sind auf der Rennstrecke aktiv. Und im kommenden Jahr steigt Bentley als neunte Marke wieder in den Rennsport ein.

Und am Ende des Tages profitieren unsere Kunden von der Erfahrung, vom Kampfgeist der Fahrer und Ingenieure und unserer Strategie. Zunehmend auch auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit.

Motorsport ist Teil der Audi-DNA. Anfang der 80er Jahre hat Audi mit dem permanenten Allradantrieb eine außerordentliche Innovation geschaffen, die in die Automobilgeschichte eingegangen ist.

Der Siegeszug des quattro-Antriebs wäre ohne die herausragenden Erfolge im Rennsport nicht denkbar gewesen. Wie eine Windhose fegte Audi durch die Rallye-WM-Szene – und unsere Wettbewerber vom Podest.

Schauen wir uns die Erfolge im Tourenwagensport genauer an: Bis der Allradantrieb 1998 aus diesen Rennen verbannt wurde, war Audi extrem erfolgreich:

  • vier Titel in der Rallye WM – legendäre Siege mit Walter Röhrl
  • drei Gesamtsiege am Pikes Peak,
  • ein Meisterschaftssieg in der TransAM,
  • zwei DTM-Titel,
  • elf nationale Super-Tourenwagen-Meisterschaften und
  • ein Tourenwagen-Weltcup.

Das ist eine beeindruckende Bilanz, auf die wir stolz sind. Und sie hat ihre Spuren in unseren Serien-Autos hinterlassen. quattro macht „Vorsprung durch Technik“ heute für jeden Audi-Kunden direkt erlebbar.

Wir feiern dieses Jahr das 30-jährige Jubiläum der quattro GmbH - das Jubiläum der Gesellschaft, die diese außergewöhnlichen Automobile entwickelt und produziert.

Mit vier neuen RS-Modellen setzen wir in diesem Jahr starke Akzente. Insgesamt bieten wir mehr als 140 Modellvarianten – die mit Abstand breiteste Palette von Automobilen mit Allradantrieb im Premiumsegment. Fast jeder zweite ausgelieferte Audi ist aktuell ein quattro. Diese Zahlen sprechen für den durchschlagenden Erfolg der quattro-Technologie. Vor wenigen Wochen haben wir in Neckarsulm den fünfmillionsten Audi mit quattro-Antrieb produziert.

Keine Frage: quattro ist heute eine der tragenden Säulen unserer Marke. Sie hören, wie begeistert ich bin, wenn ich über den quattro-Antrieb spreche. quattro ist deshalb auch das Motto meiner Keynote.Genauer gesagt: „quattro einmal anders“.

Wofür „quattro einmal anders“ steht, haben wir in der vergangenen Woche hier in München am Vorabend unserer Jahrespressekonferenz präsentiert.

Das Quartett von vier starken Marken unter dem Dach der Audi Group:

  • Audi
  • Ducati
  • Lamborghini
  • Italdesign Giugiaro

Im Verbund sind sie unser neuer quattro-Antrieb. Jede dieser vier Marken steht für herausragende Performance, wegweisende Technologien, faszinierendes Design, einzigartige Emotion und Inspiration. Gemeinsam sind wir noch stärker, gemeinsam haben wir noch sehr viel vor.

Wir lernen von unseren jeweiligen Stärken, schätzen die jeweilige Kernkompetenz und pushen uns gegenseitig zu immer neuen Höchstleistungen. Oft überraschen wir mit dem Ergebnis unserer Arbeit, weil wir die smarten Ideen den komplizierten Lösungen vorziehen.

Wir stellen Vieles in Frage – und zum Thema Nachhaltigkeit sind unsere weltweiten Entwicklungsteams mit hohem Tempo unterwegs.

Lassen Sie mich den „quattro-Antrieb“ der Audi Group kurz vorstellen.

Unser jüngstes Familienmitglied: Ducati.  Seit 1953 Inbegriff für technisch führende, hoch emotionale und im Rennsport sehr erfolgreiche Motorräder. Seit Juli 2012 gehört die Premium-Marke Ducati zur Audi Group.

Damit hat Audi nach fünf Jahrzehnten seine Motorrad-Gene aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. Denken Sie nur daran, dass wir mit den Marken DKW und NSU einst größter Motorradhersteller der Welt waren, auf dessen Konto insgesamt 53 Geschwindigkeitsrekorde in allen Klassen gehen.

Wir alle wissen, beim Thema CO2-Emissionen zählt jedes Gramm - beim Motorrad wie beim Auto. Und keiner weiß besser als die Motorrad-Entwickler, wie Leichtbau funktioniert. Die Motorrad-Entwickler haben sich dem ultimativen Leichtbau vollumfassend verschrieben.

Bei Ducati sehen wir, wie

  • Leichtbau und Funktionalität von Bauteilen
  • perfekte Oberflächenbeschaffenheit von
  • hochintegrierten Bauteilen und
  • Liebe zum Detail zu einem
  • leistungsstarken Spitzenprodukt mit
  • emotionalem Äußeren verschmelzen. 

Effiziente Verbräuche,  CO2-freundliche Mobilität und purer Fahrspaß sind inklusive.

Wenn wir Entwickler uns austauschen, ist das keine Einbahnstraße.

Audi lernt von Ducati – und Ducati lernt von Audi.

Nehmen wir zum Beispiel die elektronischen Regelsysteme.

Wie bekommt man die Kraft auf die Straße -260 PS pro Liter Hubraum im Moto GP Bike,16.600 Umdrehungen pro Minute, realisiert durch desmodromische Ventilsteuerung und einen „Contact Patch“-, der gerade mal die Größe eines Bierdeckels hat? Und das vielleicht auch noch bei niedrigen Reibwerten!

Hier gibt Audi seine Erfahrungswerte weiter, wie höchste Motorleistungen fahrbar gemacht werden können.

Ich war schon als junger Ingenieur von den Synergieeffekten zwischen Motorradtechnik und Fahrzeugtechnik überzeugt. Deltabox-Alurahmen, Alu-Fahrwerksteile, Magnesium-Motor- und Getriebegehäuse, hohl gegossene Felgen, Kohlefaser-Anbau- und Strukturbauteile und Titan-Auspuff-Anlagen – das waren damals die Leitwerkstoffe und Technologien.

Heute ist es mir als leidenschaftlichem Motoradfahrer und Sportwagenfan ein großes Anliegen, die Synergien der Neuzeit zwischen Ducati und Audi zu heben und für unsere Kunden erlebbar zu machen.

Die Parkplätze vor dem Entwicklungszentrum in Ingolstadt füllen sich jetzt bei den ersten Sonnenstrahlen wieder mit Motorrädern. Es gibt viele begeisterte Motorradfans unter unseren Ingenieuren. Ich kann Ihnen versichern, Ducati hat seit Sommer 2012 viele neue Freunde in unserem eigenen Haus gewonnen. Das wird seine Spuren hinterlassen.

Wir werden die Themen Leichtbau und Effizienz gemeinsam auf die nächste Ebene heben.

Nachhaltige Synergien heben wir auch mit Lamborghini, unserer Supersportwagen-Marke im Quartett der Audi Group.

Nur 25 Autominuten vom Ducati-Firmensitz entfernt, steht Lamborghini seit 1963 für legendäre, rasante und markante Supersportwagen. Das hat Lamborghini auf dem Automobilsalon in Genf gerade wieder eindrucksvoll bewiesen – mit dem Supersportwagen Veneno, einem Special zum 50-jährigen Jubiläum der Marke.

Bei Lamborghini stehen nicht nur

  • die extreme Leistung,
  • ein kompromissloses Package
  • der pure Fahrspaß und
  • das emotionsgeladene Design

im Vordergrund – sondern auch innovative Materialien.

Wussten Sie, dass Lamborghini seit mehr als 30 Jahren Karbon verarbeitet und damit Maßstäbe im automobilen Leichtbau gesetzt hat – und auch heute noch setzt?

Lamborghini ist der einzige Automobilhersteller, der einen vollständig integrierten Prozess für die Entwicklung, Produktion und Reparatur von Kohlefaser-Strukturbauteilen hat. Das beginnt mit der Simulation und geht über Entwicklung, Tests und Produktion bis hin zur Reparatur von Karbonfaserteilen.

Insbesondere auf dem Gebiet der Reparatur von Kohlefaser-Monocoques sammeln wir mit den Flying Doctors von Lamborghini wertvolle Erfahrungen für die gesamte Audi Group – ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Seit 2009 betreibt Lamborghini ein Forschungslabor für Karbonfaser-Technologie an der University of Washington in Seattle – davon profitieren wir in der gesamten Audi Group.

Ganz konkret konnten wir Lamborghinis Karbonkompetenz für die einzigartige Carbon-Crashstruktur unseres Hochleistungssportwagens R8 e-tron nutzen. Die ultraleichte Karosserie aus Aluminium und CFK-Komponenten war einer der Treiber des R8 e-tron-Weltrekordes auf der Nordschleife des Nürburgrings im Sommer 2012.

Acht Minuten und neun Sekunden mit einem rein elektrisch angetriebenen Sportwagen- damit haben wir eindeutig nachgewiesen, dass Nachhaltigkeit und Fahrspaß im Lastenheft kein Zielkonflikt sein müssen.

Wir werden mit der Plug-In-Antriebstechnologie beweisen, wie die Elektromobilität der Zukunft wirklich aussieht und Automobile verkaufen, die den veränderten Erwartungen der Kunden entsprechen.

Italdesign Giugiaro, unser Kompetenzzentrum für herausragendes Automobil- und Industriedesign ist dritter Partner im Audi-Quartett. Italdesign gestaltet begeisternde Automobile und nutzt dabei Erkenntnisse aus Leichtbau und Materialforschung. Seit 1968 ist Italdesign die Ikone italienischen Industrie-Designs. 56 Millionen Automobile weltweit tragen die Handschrift von Giorgetto Giugiaro und seinem Team aus Kreativen und Ingenieuren. Wir arbeiten seit Jahrzehnten mit Italdesign zusammen- schon 1973 haben wir mit der berühmt gewordenen Konzeptstudie Audi Asso di Picche Furore gemacht. Das Design des Asso di Picche prägte unter anderem den Audi quattro maßgeblich.Wir sind überzeugt, Italdesign Giugiaro ist die einzige Designschmiede weltweit, die ein neues Produkt von der ersten Idee über viele Phasen des Entwurfs bis zur Serienreife führen kann. Design und Technik müssen perfekt harmonieren.

Luftwiderstand und Querschnittsfläche leisten neben anderen wichtigen Faktoren einen wesentlichen Beitrag zu mehr Energieeffizienz. 

Nur wenn Funktion und Form ideal harmonieren, wird jedes Automobil, wird jedes Motorrad zu einem echten Statement der Audi Group.

Sie sehen: In unserem globalen Netzwerk ergänzen sich Ingenieure mit unterschiedlichsten Kernkompetenzen.  Sie alle haben ein Ziel: mit emotionalen Premium-Automobilen und -Motorrädern für unsere Kunden „Vorsprung durch Technik“ erlebbar zu machen.

Das war einer der Gründe, weshalb wir im November 2012 unser Entwicklungszentrum in Peking eröffnet haben. In unserem wichtigsten Einzelmarkt forschen und entwickeln mehr als 300 Ingenieure in den Bereichen

  • Motor,
  • Karosserie,
  • Elektronik,
  • Infotainment und
  • Batterien.

Unsere Entwickler und Designer in China sind auch als Trendscouts unterwegs und setzen die Vorstellungen der asiatischen Kunden von Interieur und Exterieur der Autos und ihre Anforderungen an die Mensch-Maschine-Verbindung konsequent um.

Und sie bringen Fragen wie diese in das weltweite Entwicklerteam ein: Wie funktioniert Mobilität künftig im urbanen Umfeld?

Eine Schlüsselaufgabe für unser Entwicklerteam ist die automobile Zukunft.

Mit Unterstützung unseres Electronics Research Lab im Silicon Valley, kurz ERL, arbeiten wir an nachhaltigen Lösungen für die Zukunft wie:

  • Pilotiertem Fahren
  • Fahrassistenzsysteme
  • Connectivity-Lösungen,
  • Infotainment-Angeboten und
  • Elektromobilität.

Ein Resultat der Forschungsarbeiten im ERL ist das Pilotierte Fahren und Parken.

Als erster Automobilhersteller der Welt haben wir im Januar das Pilotierte Fahren und Parken auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas vorgestellt. Diese Technologie hat das Potenzial, unser Leben nachhaltig zu beeinflussen.

Vom MIT Technology Review sind wir dafür als eines der 50 innovativsten Unternehmen der Welt ausgezeichnet worden.

In den nächsten Jahren geht es darum, diese Technologie in Serie zu bringen - und zwar mit Geschwindigkeiten, die einen echten Nutzen bedeuten.

Wenn wir über Zukunftsprojekte wie Pilotiertes Fahren und Parken sprechen, möchte ich einige Gedanken zum Thema Elektromobilität anschließen.

Oft habe ich in den vergangenen  Wochen gelesen und gehört, Audi habe sich von seiner Elektromobilitätsstrategie verabschiedet. Das ist definitiv nicht richtig.

Richtig ist vielmehr,  dass wir

  • aus Akzeptanzgründen und wirtschaftlichen Erwägungen entschieden haben,
  • welche Projekte als Ideen und Knowhow-Träger behandelt werden und
  • welche Projekte wir jetzt in Serie umsetzen.

Durchgesetzt hat sich in dieser Diskussion die Plug-in Hybrid-Technologie. Von ihr sind wir absolut überzeugt. Sie ist, um es noch einmal zu betonen, weit mehr als eine Übergangstechnologie.

Der Audi A3 e-tron, den wir auf dem Automobilsalon in Genf vorgestellt haben, ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Mit dem Audi A3 e-tron bringen wir unsere Vision eines alltagstauglichen Plug-in Hybrids in die Großserie. Der Audi A3 e-tron ist ein echter Leistungs-Hybrid aus ultraleichten Materialien – seine Fahrleistung stellt alles in den Schatten, was Sie bisher vom Hybrid kennen.Seine Motorsteuerung haben wir speziell für den Einsatz im Plug-in-Hybrid weiter entwickelt. Mit einer Leistung von 110 kW (150 PS) und einem Drehmoment von 205 Nm ist der 1.4 Liter TFSI-Motor Stand der Technik.

In nur 7,6 Sekunden sprintet der Audi A3 e-tron von Null auf Hundert und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h. Und das bei einem Normverbrauch von 1,5 Liter!

Auch die Reichweite des Verbrennungsmotors kann sich sehen lassen: 890 Kilometer. Ein so geringer Verbrauch wirkt sich unmittelbar auf die CO2-Emissionen aus:

nur 35 Gramm pro Kilometer – ein sehr gutes Ergebnis.

Und im Elektro-Fahrmodus? Die Höchstgeschwindigkeit beträgt dann 130 km/h und die Reichweite 50 Kilometer. Das bedeutet: Sie können sich im urbanen Raum emissionsfrei bewegen und Ihren A3 e-tron an jeder Steckdose aufladen. Zusammen 940 Kilometer Reichweite – so wird Elektromobilität begreifbar, so kommt Elektromobilität im Leben der Menschen an.

E-Mobilität wird jedoch nicht die eine große Lösung sein, mit der wir nachhaltige Mobilität in der Zukunft ermöglichen. Wir werden vielmehr eine breite Palette unterschiedlichster Technologien anbieten, die uns den Weg zur CO2-neutralen Mobilität ebnen. 

Für den Durchbruch neuer Technologien ist der Motorsport ein Wegbereiter.

Davon bin ich zutiefst überzeugt. Dafür habe ich in meiner Laufbahn als Entwickler immer wieder Beispiele erlebt. Als Porsche-Entwicklungschef war ich die treibende Kraft hinter der Entwicklung des ersten 911ers mit Hybridantrieb für den Rennsport.

Auch bei Audi spielt der Erfolg mit der Hybridtechnologie auf der Rennstrecke eine entscheidende Rolle.

Und damit möchte ich den Bogen zum Beginn meines Vortrags spannen.

Wir nutzen die Rennstrecken der Welt, um unsere technische Kompetenz zu demonstrieren und neue Technologien zu testen. So errang der Audi R18 e-tron quattro mit Hybrid-Technologie beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans 2012 einen glanzvollen Doppelsieg – erstmals mit Diesel und Hybridtechnologie- und konnte diesen am 16. März 2013 in Sebring beim ersten Rennen der ALTAS 2013 wiederholen.

Erneut stand Audi auf den Plätzen 1 und 2.

Zum 90-jährigen Jubiläum der 24 Stunden von Le Mans im Juni 2013hat der ACO (Automobile Club de l’Ouest), der Veranstalter des Rennens, zu einer Wahl der Le Mans-Ikonen aufgerufen. Eine Jury aus 20.000 Motorsportfans stimmte online ab, eine Fachjury aus Motorsportgrößen gab der Abstimmung noch mehr Gewicht. Das Ergebnis macht uns sehr stolz, denn vier von zehn Le Mans-Ikonen stammen aus dem Volkwagen Konzern und zwei davon kommen von Audi:

  • Der Audi R10 TDI, 2006 erster Le Mans Sieger mit einem Dieselmotor, wurde zum legendärsten Le Mans Sportwagen des vergangenen Jahrzehnts gewählt.
  • Der Audi R18 e-tron quattro, 2012 erster Le Mans-Sieger mit Hybrid-Antrieb zum bedeutendsten Le Mans-Sportwagen der Gegenwart.

Woche für Woche wächst der Erfahrungsschatz unserer Ingenieure an der Rennstrecke.

Diese Erfahrung fließt in die Serienentwicklung ein. Was haben der Rennwagen R18 e-tron quattro und der A3 e-tron, der leistungsstärkste Plug-in Hybrid seiner Klasse, gemeinsam?

Lassen Sie mich an dieser Stelle das Beispiel Lade- und Entladephasen in Le Mans kurz nennen. Selbstverständlich unterscheidet sich die Rekuperations- und Energiespeicherstrategie abhängig vom Rennverlauf. In einer Gelbphase auf regennasser Fahrbahn gehen wir anders vor als im Angriffsmodus auf trockener Strecke. Nicht anders ist es beim A3 e-tron. Das Batteriemanagement hängt wesentlich davon ab, ob der Fahrer in einer Innenstadt mit maximal 50 Stundenkilometern und viel Start und Stopp unterwegs ist oder auf einer dynamischen Landstraße.

Meine Damen und Herren, das ist nur ein kleines Beispiel für Technologietransfer vom Motorsport in die Serie. Seit 1909 prägt Audi die Automobilgeschichte Deutschlands. Das ist Verpflichtung und Ansporn zugleich.

Heute kommt es mehr als je zuvor darauf an, Märkte und Kunden zu verstehen und individuelle, intelligente Lösungen zu bieten.

Wir setzen dabei auf

  • nachhaltige Innovationen, die unsere Automobile effizienter, sicherer und komfortabler machen
  • einen bewussten Umgang mit unseren Ressourcen
  • ein internationales Netzwerk von Entwicklern
  • den Motorsport als Testlabor der Serie
  • den starken quattro-Antrieb der vier Marken in der Audi Group
  • den bewährten Verbund der zwölf Marken im Volkswagen-Konzern

All dies mündet in ein Versprechen für alle Kunden der Audi Group: Begeisterung und Leidenschaft für technisch führende und nachhaltige Premium-Automobile und -Motorräder.

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