Rede - Es gilt das gesprochene Wort -

Wolfgang Dürheimer, Ehemaliges Mitglied des Vorstands der AUDI AG, Technische Entwicklung

Ingolstadt, 15.04.2013

Rede anläßlich der Stiftungsprofessur Hochschule Ingolstadt

Wolfgang Dürheimer, Ehemaliges Mitglied des Vorstands der AUDI AG, Technische Entwicklung

Rede anläßlich der Stiftungsprofessur Hochschule Ingolstadt

Sehr geehrter Herr Prof. Schober,
sehr geehrter Herr Dr. Rey,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, dass wir diese Woche mit einem für alle so erfreulichen Termin einleiten können.

Wir unterzeichnen heute den Vertrag über die dritte Stiftungsprofessur der AUDI AG an der Hochschule Ingolstadt. Damit bauen wir eine noch junge, aber äußerst erfolgreiche, aktive und stimulierende Zusammenarbeit weiter aus:

  • 2010 haben wir den Lehrstuhl für Akustik, technische Mechanik und Grundlagen des Fahrzeugbaus an der Fakultät Maschinenbau ins Leben gerufen.
  • 2012 kam der Lehrstuhl für Technisches Beschaffungsmanagement hinzu, ebenfalls an der Fakultät für Maschinenbau.
  • Und heute der neue Stiftungslehrstuhl für Fahrzeugsicherheit und Signalverarbeitung an der Fakultät Elektrotechnik und Informatik.

Wir freuen uns, dass wir hier in Ingolstadt die Grundlagenforschung auf diesem für alle Verkehrsteilnehmer essentiellen Gebiet fördern können.

In der Öffentlichkeit sprechen wir oft über

  • technisch führende Modelle der Marken Audi, Ducati und Lamborghini und ihr emotionales Design
  • innovative Antriebstechnologien
  • Motorsport als Testlabor der Serienfertigung und
  • unsere unternehmerische Verantwortung für die Mobilität der Zukunft.

Genauso am Herzen liegen uns seit langem die Fokusthemen des neuen Ingolstädter Lehrstuhls: Fahrzeugsicherheit und Automobilelektronik.

Denken Sie an den permanenten Allrad-Antrieb – eine bahnbrechende Entwicklung, bei Audi seit 1980 bewährter und vielfach ausgezeichneter Standard.

Nehmen Sie den intelligenten Multi-Materialmix – bei Audi seit 1994 Teil der Erfolgsgeschichte der letzten 20 Jahre. Und schließlich die Vielzahl elektronischer Systeme im Auto und deren Vernetzung – in den letzten 10 Jahren ein Fokus unserer Entwicklungsarbeit.

In jedem Audi finden Sie heute Tausende von Mikroprozessoren. Die können wir noch viel effektiver nutzen. Hier stehen wir erst am Anfang der technischen Möglichkeiten.

Unsere Vision ist das intelligent vernetzte Auto, das mit anderen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur kontinuierlich Daten austauscht, z.B. über Staus, Baustellen und Unfälle.

In der nächsten Stufe der Vernetzung sehen wir das Pilotierte Fahren. Diese Technologie hat das Potenzial, Autofahren noch sicherer und komfortabler zu machen, vor allem in dichtem Verkehr mit entsprechend hohem Risiko. Deshalb werden wir in den nächsten Jahren signifikant in diesen Bereich investieren.

Mit 7.000 hoch qualifizierten Mitarbeitern in der Technischen Entwicklung der AUDI AG und mindestens 10.000 weiteren Fachleuten bei Zulieferern sind wir dafür gut gerüstet. Dennoch: es geht nichts über den fachlichen Austausch unter Experten. Hier erwarten wir uns relevante Impulse aus der Wissenschaft

  • als wertvolle Ergänzung zu unserer Entwicklungskompetenz.

Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unseren Hochschulkooperationen und Stiftungsprofessuren solide Grundlagen für einen nachhaltigen Technologietransfer legen.

 

Dass 50 Prozent der in Deutschland von uns gestifteten Professuren hier in Ingolstadt angesiedelt sind, hat gute Gründe. Wir schätzen die Qualität der Forschung und Lehre, die Vernetzung mit der Wirtschaft und rund 100 Partnerhochschulen weltweit.

Herr Prof. Schober, der Freistaat Bayern hat vor knapp vier Wochen Ihre Hochschule mit einem begehrten Gütesiegel ausgezeichnet:

Die Hochschule Ingolstadt ist jetzt Technische Hochschule Ingolstadt!

Wir gratulieren Ihnen herzlich und wünschen Ihnen, dass Sie weiterhin „Avantgarde in praxisorientierter Lehre und angewandter Forschung“ bieten, wie Sie in Ihrer Vision 2020 formulieren.

Die Region Altbayern bietet dafür beste Voraussetzungen. Wir alle wissen, dass sich die Persönlichkeit der Menschen hier nicht nur durch eine gehörige Portion handwerklichen Geschicks auszeichnet. Auch eine ausgeprägte Sturheit – andere würden vielleicht sagen Beharrlichkeit – bei der Verfolgung von Zielen gehört zum Charakter der Menschen in dieser Gegend. Und was mir persönlich obendrein ganz besonders gefällt, ist die Naturverbundenheit, die hier einfach dazu gehört. Durch diese Naturverbundenheit wird nicht zuletzt der Blick für das Thema Nachhaltigkeit geschärft.

Dass dies eine sehr attraktive Mischung ist, zeigt die Tatsache, dass sich im vergangenen Wintersemester 7.900 Studenten auf rund 1.100 Studienplätze in den technischen Fachrichtungen beworben haben – das ist die zweithöchste Bewerberzahl im MINT-Bereich unter den Hochschulen in Bayern!

Und im Wintersemester 2012/2013 waren die meisten der rund 4.450 Studierenden in den Ingenieurwissenschaften und den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen immatrikuliert.

Als größter Arbeitgeber und Motor der Wirtschaft in unserer Region freuen wir bei Audi uns sehr, dass Bachelorstudiengänge wie Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Elektro- und Informationstechnik auf der Hitliste der Ingolstädter Studierenden ganz oben stehen und die meisten Masterstudenten einen Abschluss in Elektrotechnik oder Automotive Engineering anstreben.

Zur Zeit beschäftigen wir 672 Absolventen der Hochschule Ingolstadt hier an unserem Stammsitz – und es dürfen gern noch mehr werden.

Bei Audi in Ingolstadt arbeiten zur Zeit 130 Doktoranden: Die meisten von ihnen in der Technischen Entwicklung, allein 9 Dissertationen befassen sich mit Fahrzeugsicherheit.

Hinzu kommen zahlreiche Promotionsprojekte aus verwandten Bereichen wie Fahrzeugstruktur, Ergonomie, Fahrwerk und Notbremssystemen, Elektronik, insbesondere Warnsysteme.

Von unseren Nachwuchsingenieuren hören wir oft, wie faszinierend sich die Speerspitze der Technologie anfühlt. Und wir sind davon überzeugt, dass diese oft langfristig angelegten Projekte unserer Top-Talente signifikant dazu beitragen, im Wettbewerb auch weiterhin glaubhaft mit „Vorsprung durch Technik“ punkten zu können.

In diesem Sinne freuen wir uns auf regen Austausch mit dem neuen Stiftungslehrstuhl für Fahrzeugsicherheit und Signalverarbeitung an der Hochschule Ingolstadt.

Vielen Dank!

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