Rede - Es gilt das gesprochene Wort -

Rupert Stadler, Vorsitzender des Vorstands der AUDI AG

San José Chiapa, 04.05.2013

Rede Grundsteinlegung Audi-Werk Mexiko San José Chiapa, Mexiko

Rupert Stadler, Vorsitzender des Vorstands der AUDI AG

Sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister, sehr geehrter Herr Gouverneur, sehr geehrte Minister des Kabinetts von Puebla, sehr geehrter Herr Botschafter, verehrte Vertreter der Medien aus Mexiko, den USA und aus Deutschland, meine Damen und Herren, herzlich willkommen!

Ganz besonders herzlich begrüße ich den Bürgermeister von San José Chiapa hier im Festzelt und die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die sich jetzt am Dorfplatz versammelt haben, um eine Liveübertragung dieser Feierstunde zu verfolgen. Danke für Ihr großes Interesse!

Mobilität ist ein Menschheitstraum. Dank ihr entdecken wir neue Horizonte, überwinden Grenzen, lernen andere Kulturen kennen und tauschen Ideen rund um den Erdball aus. Individuelle Mobilität zu gestalten, das ist unsere Mission. Die Marke Audi steht dabei wie keine andere für Vorsprung durch Technik. Wir sind der Überzeugung: Wer stehen bleibt, fällt zurück. Deshalb legen wir ein großes Tempo vor: Bei unseren Innovationen, bei unserem Engagement für die Stadt der Zukunft und bei unserem geographischen Fußabdruck.

Audi verfolgt eine Strategie des weltweiten Wachstums. Deshalb sind wir heute hier. Wir legen heute den Grundstein für die 13. Automobil-Produktionsstätte im Audi-Konzern weltweit. Die Wahl fiel dabei bewusst auf Mexiko. Strategisch stellt dieses Land in der Mitte zwischen Nord- und Südamerika einen Dreh- und Angelpunkt dar. Mit seinen mehr als 40 Handelsabkommen ist dieses Land ein idealer Exportstützpunkt.

Mehr noch: Wir haben entschieden, von hier aus den Weltmarkt mit unserem Erfolgsmodell Audi Q5 zu beliefern. Das ist ein Volumen von rund 150.000 Autos im Jahr.

Dieses Festzelt ist an einer Stelle mit Symbolkraft errichtet: Wir befinden uns hier ausgerechnet im „Plan-Quadrat Q5“ unseres Baugeländes. Als wäre die Stelle nach dem künftigen Star dieses Werks benannt! Nach dem Audi Q5, der hier in drei Jahren vom Band  fahren wird! Nach dem World Champion in seinem Segment der Premium SUVs. Und Premium-SUVs werden immer beliebter. Weltweit wird bis 2020 jeder dritte Audi ein SUV sein. Das neue Audi-Werk Mexiko wird einen großen Teil dazu beitragen.

Der Bauabschnitt auf Planquadrat Q5 liegt vier Meter höher als der Rest. Denn es ist bereits die Grundlage geschaffen, auf der später exakt hier, das Presswerk und der Karosseriebau stehen werden. Hier entsteht eine komplette Automobilproduktion, einschließlich Lackiererei und Montage.

Im September 2012 haben wir beschlossen, dieses Land mit rund 400 Hektar Fläche zu erwerben. Es ist so groß wie 400 Fußballfelder.  Ein Zehntel davon wird bebaute Fläche sein. Die 3D-Animation vom Layout dieser Fabrik zeigt: Jede Maschine hat hier bereits ihren weltweit gewohnten Platz, dank unseres modularen Produktionsbaukastens. Unser Audi Produktionssystem stellt sicher, das sich unsere Kunden weltweit auf das Qualitätssiegel „made by Audi“ verlassen können. Das Gelände können wir problemlos erweitern. Bestehende Gleisverbindungen erlauben Bahntransporte ab Werk. Es wird Zubringer zu zwei wichtigen Autobahnen geben. Und auch sonst greifen wir auf eine gut funktionierende Infrastruktur zurück. Das alles waren Beweggründe, nach San José Chiapa zu gehen.

Der Grundstein für unser neues Werk gibt uns auch Anlass, über das Fundament unseres eigenen Erfolgs nachzudenken. Die Wurzeln der AUDI AG liegen in Süddeutschland, in den beiden Auto-Städten Ingolstadt und Neckarsulm.

Die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte geht voll auf das Konto unserer engagierten Mitarbeiter in den deutschen Stammwerken. Mit hoch qualifizierten Fachkräften in Deutschland, in Ungarn, in Belgien, in Spanien, in China, in Mexiko wollen wir unseren Erfolg ausbauen.

So werden wir im Grundstein der Nachwelt die heutige Ausgabe der Lokalzeitungen aus unserer Heimat genauso hinterlassen wie die El Sol de Puebla. Und als Momentaufnahme unserer Unternehmensgeschichte werden wir gleich auch den aktuellen Geschäftsbericht der AUDI AG vergraben. Darin steht, dass wir 2012 mehr als 1,45 Millionen Autos  ausgeliefert haben. Darin steht, dass wir unseren Markterfolg  in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt haben. Und darin steht, dass wir auch wirtschaftlich erfolgreich sind. Und wenn eines Tages Archäologen an dieser Stelle nach Spuren aus dem 21. Jahrhundert suchen, dann werden sie alle Unterlagen nicht nur in Papierform, sondern auch auf digitalen Datenträgern finden. Ein Tribut an unsere vernetzte Welt von heute!

Mexiko ist ein Automobil-Produktionsstandort mit Tradition. Viele internationale Hersteller haben hier Fabriken. Somit haben sich auch bereits einige Zulieferer angesiedelt. Mit Audi wird noch einmal eine Reihe weiterer Partner dazu kommen. Heute sind mehr als 100 Vorstände von Zulieferunternehmen  unsere Gäste – aus Europa und den USA. Sie wollen sich mit ihren Firmen hier in unserem Umfeld niederlassen.  Sie waren gestern auf einem Lieferanten-Informationstag bei uns und haben heute eine Offroad-Fahrt in 70 Audi Q5 unternommen, die draußen stehen.

Wir freuen uns über die große Aufbruchsstimmung bei unseren Partnern – lokal wie international. Bis Ende des Jahres werden wir für den Audi Q5 ein Beschaffungsvolumen von 12 Milliarden Euro vergeben, das sind umgerechnet mehr als 15 Milliarden US-Dollar, oder rund 190 Milliarden mexikanische Pesos. Es wird einen Lieferantenpark in der Mitte  von San José Chiapa und Puebla geben, von dem aus sie Volkswagen und Audi gleich schnell beliefern können.

Mexiko ist das weltweit viertgrößte Exportland für Automobile. Und das fünftgrößte Exportland bei Autoteilen. Pro Jahr entstehen in Mexiko mehr als drei Millionen Autos. Und die Zahl der Neuzulassungen in ganz Nordamerika zeigt das Potenzial des Marktes: Für 2013 werden 18 Millionen neue Autos erwartet. Für eine Automarke und ihre Zulieferer hat Mexiko also einen goldenen Boden.

Unser Mutterkonzern Volkswagen hat dies schon vor einem halben Jahrhundert erkannt. Deshalb greifen wir bei unseren nächsten Schritten auf einen reichen Erfahrungsschatz zurück. Zudem werden wir auch vom Motorenwerk Silao profitieren, das Volkswagen erst im Januar eröffnet hat. Dort entstehen aktuell die 2-Liter-TFSI-Motoren von Audi.

Wir unternehmen heute den größten Schritt zur Internationalisierung unseres Geschäfts in der Geschichte unserer Automobil-Produktion. Weltweit machen wir momentan alle 22 Sekunden irgendwo auf der Welt einen Fan der Marke Audi mit einem neuen Automobil glücklich. Diesen Takt wollen wir bis Ende des Jahrzehnts auf 16 Sekunden erhöhen. Auch in Nordamerika verfolgen wir einen Kurs enormen Wachstums. In den USA, in Kanada und in Mexiko haben wir im vergangenen Jahr um knapp ein Fünftel zugelegt. Bis zum Jahr 2020 rechnen wir mit jährlichen Auslieferungen von: 15.000 Autos der Marke Audi hier in  Mexiko, mindestens 30.000 in Kanada, mehr als 200.000 in den USA und insgesamt mehr als 300.000 Autos in ganz Nordamerika. Dann geht 2020 jeder siebte Audi aus unserer weltweiten

Produktion in die nördliche Hälfte dieses Kontinents. Und dann haben wir unser Ziel erreicht und Amerika als die dritte Säule unsere Absatzes neben Asien und Europa strategisch gestärkt.

In Mexiko investieren wir mehr als 900 Millionen Euro – rund 14,5 Milliarden Mexikanische Pesos. Diese Investition tätigen wir genau hier, weil wir eine exzellente Zusammenarbeit mit Politik und Behörden erlebt haben: Auf Bundesebene in Mexiko City, auf Provinzebene in Puebla und auf der lokalen Ebene mit der Gemeinde von San Jose Chiapa. Dies stimmt uns zuversichtlich, dass der Bau dieses Werks und der Anlauf unserer Produktion reibungslos verlaufen werden. Wir haben uns verpflichtet, für den Audi Q5 mindestens zwei Drittel der Wertschöpfung hier in Mexiko zu schaffen. Und der Gouverneur von Puebla, Rafael Moreno Valle Rosas, hat schon angekündigt:

Den ersten Q5, den wir hier bauen, will er als Dienstauto fahren!

Der wirtschaftsfreundlichen Ansiedlungspolitik von Puebla hat es diese Region zu verdanken, dass wir uns entschieden haben, hier 3.800 Arbeitsplätze zu schaffen. Audi ist ein weltweit attraktiver Arbeitgeber. In den vergangenen zehn Jahren haben wir 15.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Wer in Mexiko für uns arbeiten will, für den habe ich eine gute Nachricht: Schon im Laufe des dritten Quartals werden wir die Stellen ausschreiben. Damit nicht genug:

In der Regel gilt für den Beschäftigungseffekt eines Automobilwerks für die Region die Formel 1 zu 5.Auf jede Stelle bei Audi kommen noch einmal fünf Stellen in unserem Umfeld – bei Zulieferern und in der übrigen Wirtschaft. Insgesamt rechnen wir mittelfristig mit bis zu 20.000 direkten und indirekten  Arbeitsplätzen durch unser neues Werk in den kommenden zehn Jahren. Noch in  diesem Jahr erwarten wir die ersten Kollegen aus Mexiko zum Training an unseren deutschen Standorten. Ingolstadt wirft übrigens gerade besonderes Augenmerk auf San José Chiapa, denn unser Stammwerk übernimmt die Patenschaft für diese Fabrik.

Wir wissen, dass sich durch unsere Präsenz in San José Chiapa vieles verändern wird. Wir sind bereit, Verantwortung in dieser Gemeinde zu übernehmen und uns kulturell, sozial und für die Umwelt zu engagieren. Wir werden uns hier als „guter Corporate Citizen“ verstehen, als Teil der Gesellschaft, so wie wir das auch an allen anderen Audi-Standorten tun. Die Tore der Q5-Fabrik werden immer offen stehen. Nach Produktionsbeginn werden wir hier auch Werkführungen für alle anbieten. Wir freuen uns schon heute auf einen intensiven Austausch mit unseren Nachbarn.

Audi hat sich auf die Fahne geschrieben, weiterhin die innovativsten Automobile der Welt zu entwickeln und zu bauen – die unsere Herausforderungen lösen. Individuelle Mobilität hat in der Gesellschaft von Morgen nur dann einen Platz, wenn sie nachhaltig funktioniert. Dieses Ziel verfolgen wir mit aller Leidenschaft. Denn wir wollen, dass das Leben unserer Kinder lebenswert bleibt.

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