Rede - Es gilt das gesprochene Wort -

Axel Strotbek, Mitglied des Vorstands der AUDI AG , Finanz und Organisation

Neckarsulm, 16.05.2013

Rede anlässlich der 124. Ordentlichen Hauptversammlung der AUDI AG

Meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir unseren strategischen Kurs des nachhaltigen und profitablen Wachstums weiter fortgesetzt.

So erreichten wir – Herr Stadler hat es ja bereits erwähnt – erneut Bestwerte sowohl bei den Auslieferungen wie auch beim Umsatz und beim Operativen Ergebnis – und dies trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen.

Damit haben wir unsere für das Geschäftsjahr 2012 gefassten Ziele nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich übertroffen.

Lassen Sie mich Ihnen im Folgenden die Entwicklung der wichtigsten finanziellen Erfolgsgrößen des Audi Konzerns näher erläutern.

Bevor ich in einem ersten Schritt auf die wesentlichen Positionen der Gewinn-und- Verlust-Rechnung eingehe, möchte ich Sie noch auf eine Änderung in der Ausweismethodik hinweisen: Mit der Übernahme von Ducati berichten wir zum abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals in den Segmenten „Automobile“ und „Motorräder“.

Die Umsatzerlöse des Audi Konzerns steigerten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr um 10,6 Prozent oder 4,7 Milliarden Euro auf den neuen Höchstwert von insgesamt 48,8 Milliarden Euro. Diese erfreuliche Entwicklung ist zunächst auf die positive Absatzentwicklung zurückzuführen.
Zum anderen profitierten wir von der hohen Nachfrage nach den Audi Fahrzeugen des Oberklasse- und Luxussegments infolge der weltweit vollen Verfügbarkeit der A6 Modelle sowie des A7 Sportback. Unsere Luxusbaureihe A8 erfreute sich darüber hinaus vor allem in den USA und China einer hohen Beliebtheit.

Im Premiumkompaktsegment waren vor allem unsere neuen Modelle, etwa der Audi Q3, stark gefragt. Und mit dem neuen A3 werden wir unsere starke Wettbewerbsposition in diesem Segment künftig noch weiter ausbauen.

Nach der Übernahme der Ducati Gruppe im Juli 2012 hat das Unternehmen in der saisonal bedingt schwächeren zweiten Jahreshälfte ein Umsatzvolumen von über 200 Millionen Euro erwirtschaftet. Über das Gesamtjahr 2012 erreichte die Marke Ducati Umsatzerlöse von rund 600 Millionen Euro.

Vor allem infolge der Ausweitung unseres Geschäftsvolumens erhöhten sich im vergangenen Jahr die Herstellungskosten des Audi Konzerns um 8,5 Prozent auf rund 39 Milliarden Euro. Der gegenüber den Umsatzerlösen erneut unterproportionale Anstieg belegt den Erfolg unserer Anstrengungen fortlaufend Produktivitätsfortschritte und Prozessverbesserungen zu erzielen.

Nach Abzug der Herstellungskosten von den Umsatzerlösen erreichten wir somit eine Steigerung des Bruttoergebnisses um 20,1 Prozent auf rund 9,7 Milliarden Euro. Die Bruttomarge erhöhte sich folglich auf rund 20 Prozent.

Die Vertriebskosten des Audi Konzerns beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 4,6 Milliarden Euro und lagen damit deutlich über dem Niveau von 2011. Neben der Ausweitung unseres Absatzvolumens ist der Anstieg gegenüber dem Vorjahr auch auf höhere Vermarktungskosten im Zuge der Einführung zahlreicher neuer Modelle sowie auf einen intensiveren Wettbewerb in einigen Kernmärkten zurückzuführen.

Darüber hinaus haben wir strategische Marktentwicklungsprogramme realisiert, wie etwa das neue Vertriebsformat Audi City. Im Sommer 2012 haben wir unseren ersten Cyberstore nahe des Piccadilly Circus in London eröffnet. Und seit Beginn des laufenden Geschäftsjahres gibt es den digitalen Showroom auch im Herzen Pekings.

Zudem wurden diverse Maßnahmen im Service und Handel zur Steigerung der weltweiten Kundenbegeisterung durchgeführt.

Die Verwaltungskosten erhöhten sich im Wesentlichen im Zuge von Konsolidierungskreisveränderungen um 22,6 Prozent auf 527 Millionen Euro.

Das Sonstige betriebliche Ergebnis lag 2012 mit 775 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf ein geringeres Ergebnis aus abgerechneten Devisensicherungsgeschäften zurückzuführen.

Insgesamt steigerten wir so das Operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr leicht und erreichten mit 5,4 Milliarden Euro einen neuen Bestwert in der Unternehmensgeschichte.

Lassen Sie mich Ihnen die wesentlichen Treiber für diese Ergebnissteigerung etwas näher erläutern. Starten möchte ich zunächst mit den gegenläufigen, also den ergebnisbelastenden Faktoren.

So haben auch wir im letzten Jahr die hohe Wettbewerbsintensität und den damit einhergehenden Preisdruck, gerade in China und Westeuropa, zu spüren bekommen.

Dennoch verfolgen wir auch weiterhin einen qualitativen, das heißt auf Nachhaltigkeit bedachten Wachstumspfad.

Denn uns ist bewusst: Unsere Premiumkunden erwarten von uns – und das völlig zu Recht – Preisstabilität.

Am Zukauf von Marktanteilen haben wir uns deshalb in der Vergangenheit nicht beteiligt und werden dies auch in der Zukunft nicht tun. Stattdessen haben wir die eingesetzten Mittel so verwendet, um insbesondere unsere strategische Marktpositionierung zu sichern.

Zu den Investitionen: Neben der Ausweitung unseres Modell- und Technologieportfolios steht für uns der Ausbau unserer weltweiten Fertigungsstrukturen im Mittelpunkt unserer ambitionierten Wachstumspläne. Etwa der Ausbau unseres ungarischen Standorts Győr, wo noch in diesem Jahr die neue A3 Limousine vom Band rollen wird.

Oder unser künftiges Werk im zentralmexikanischen San José Chiapa. Dafür gehen wir derzeit in große Vorleistungen, denn die entsprechenden Umsatzerlöse erwirtschaften wir erst nach den jeweils geplanten Produktionsanläufen.

Darüber hinaus stärken wir auch künftig unsere heimischen Standorte  Ingolstadt und Neckarsulm, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens weiter auszubauen.

Insgesamt ergab sich im vergangenen Geschäftsjahr ein Anstieg der Fixkosten um rund 900 Millionen Euro.

Das deutliche Wachstum unserer Fahrzeugverkäufe spiegelt sich hingegen mit 1,1Milliarden Euro deutlich positiv in unserer Ergebnisentwicklung wider.

Darüber hinaus erzielten wir durch weitere Optimierungen unserer Materialkosten sowie durch Produktivitätsfortschritte auf der Produktkostenseite  positive Ergebniseffekte von rund 600 Millionen Euro. Wechselkurseffekte wirkten sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung des Operativen Ergebnisses aus. 

Das Finanzergebnis des Audi Konzerns erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr 576 Millionen Euro. Belastend wirkte gegenüber dem Vorjahr vor allem das zinsbedingt rückläufige Ergebnis aus der Bewertung von Devisensicherungsgeschäften.

Daneben haben sich infolge des rückläufigen Realzinsniveaus die Aufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen erhöht.

Insgesamt erreichte der Audi Konzern damit im Jahr 2012 ein Vorsteuerergebnis von rund 6 Milliarden Euro.

Die hohe Ertragskraft des Audi Konzerns spiegelt sich auch in den wesentlichen Renditekennziffern wider. 2012 erreichten wir eine Operative Umsatzrendite von 11,0 Prozent. Damit haben wir unseren strategischen Zielkorridor von acht bis zehn Prozent erneut deutlich übertroffen – und das trotz eines vielerorts herausfordernden Marktumfelds.  So zählte der Audi Konzern auch im Geschäftsjahr 2012 zu den ertragsstärksten Herstellern der weltweiten Automobilindustrie.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

lassen Sie mich nun im Folgenden auf die Entwicklung der wesentlichen Bilanzpositionen eingehen.

Die Bilanzsumme des Audi Konzerns erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 9 Prozent auf über 40 Milliarden Euro.

Der deutliche Anstieg der langfristigen Vermögenswerte auf rund 18 Milliarden Euro ist zum einen auf höhere Sachanlagen im Zuge der Ausweitung unserer weltweiten Geschäftsaktivitäten sowie auf den Erwerb der Ducati Gruppe zurückzuführen.

Daneben erhöhten sich die at-Equity-bewerteten Anteile infolge einer 30-prozentigen Beteiligung an der Volkswagen Group Services.

Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich im Wesentlichen infolge der eben genannten Beteiligungserwerbe auf 22,4 Milliarden Euro.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital zum Bilanzstichtag um rund 2,1 Milliarden Euro auf 15 Milliarden Euro. Eigenkapitalerhöhend wirkte dabei vor allem die Kapitalzuführung durch die Volkswagen AG in die Kapitalrücklage der AUDI AG in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Die Einstellung des nach Gewinnabführung verbleibenden Überschusses erhöhte das Eigenkapital um weitere 0,6 Milliarden Euro.

Zum 31. Dezember 2012 erreichte die Eigenkapitalquote des Audi Konzerns folglich knapp 37 Prozent (2011: 34,9 Prozent). 

Der Anstieg des Fremdkapitals um rund 1,3 Milliarden Euro auf  25,4 Milliarden Euro ist vor allem auf die gestiegenen Pensionsrückstellungen infolge eines niedrigeren kalkulatorischen Zinssatzes zurückzuführen.

Damit dokumentieren auch die Bilanzkennzahlen die finanzielle Stabilität und die gesunde Struktur unseres Unternehmens.

Meine Damen und Herren, werte Aktionärinnen und Aktionäre, lassen Sie mich an dieser Stelle noch näher auf die Entwicklung der Kapitalflussrechnung eingehen.

2012 erwirtschafteten wir einen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 6,1 Milliarden Euro. Damit erreichten wir annähernd das hohe Niveau des Vorjahres. 

Gleichzeitig haben wir weiter kräftig in unsere Zukunft investiert. Ohne Berücksichtigung von Beteiligungsveränderungen erhöhte sich so der Mittelabfluss aus der operativen Investitionstätigkeit von 2,8 Milliarden Euro auf 3,2 Milliarden Euro.

Im Fokus standen dabei vor allem die bereits erwähnten Investitionen in neue Produkte, in innovative Antriebstechnologien sowie in den Ausbau unserer weltweiten Fertigungsstandorte.

Dabei haben wir auch im Berichtsjahr 2012 – wie bereits in den vergangenen Jahren – alle Investitionen aus eigener Kraft – also ohne Rückgriff auf externe Finanzierungsquellen– gestemmt. Dabei haben wir – vor Berücksichtigung der Mittelabflüsse im Zuge von Beteiligungserwerben –einen Netto-Cashflow von 2,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. 

Vor allem aufgrund des Erwerbs der Ducati Gruppe sowie einer 30-prozentigen Beteiligung an der Volkswagen Group Services reduzierte sich die Netto-Liquidität zum Jahresende 2012 auf 13,4 Milliarden Euro.

Meine Damen und Herren, das Geschäftsjahr 2012 war vielerorts von schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen geprägt. In diesem Marktumfeld belegt die finanzielle Performance des Audi Konzerns den Erfolg unserer auf Nachhaltigkeit und qualitatives Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie. Diesen Weg werden wir auch künftig konsequent weiter beschreiten!

Für das Geschäftsjahr 2013 erwarten wir, die Auslieferungen der Marke Audi weiter zu steigern. Im Zuge dessen werden sich aus heutiger Sicht auch die Umsatzerlöse des Audi Konzerns sowie des Segments Automobile leicht erhöhen.

Auch für die Marke Ducati ist ein Anstieg der Motorradauslieferungen und des Umsatzvolumens geplant.

Dabei soll mit dem Segment Automobile eine Operative Umsatzrendite am oberen Ende des strategischen Zielkorridors von acht bis zehn Prozent erwirtschaftet werden.

Im Segment Motorräder wird eine Operative Umsatzrendite zwischen acht und zehn Prozent angestrebt.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres haben wir  weltweit mehr als 369.000 Automobile der Marke Audi ausgeliefert. Damit haben wir das Vorjahresniveau um 6,8 Prozent übertroffen.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erreichten die Umsatzerlöse des Audi Konzerns mit 11,7 Milliarden Euro annähernd den Rekordwert des Vorjahres.

Dabei haben wir weiter kräftig in unsere Zukunft investiert. Neben der Ausweitung unseres Modell- und Technologieportfolios standen dabei im Wesentlichen Vorleistungen zum Ausbau unseres Produktionsnetzwerks im Mittelpunkt unserer Anstrengungen. Insbesondere vor diesem Hintergrund lag das Operative Ergebnis in Höhe von 1,3 Milliarden Euro um 7,3 Prozent unter Vorjahr.

Die daraus resultierende Operative Umsatzrendite von 11,1 Prozent lag damit erneut über dem strategischen Zielkorridor von acht bis zehn Prozent.

Auch in diesem Jahr möchte ich Sie zum Abschluss meiner Rede auf unseren Geschäftsbericht hinweisen. Neben der Print-Version in den Sprachen Deutsch, Englisch und Chinesisch bieten wir Ihnen im „Multimedialen Geschäftsbericht“ zahlreiche weitere spannende Inhalte wie Video- oder Audio-Beiträge rund um den Magazinteil. Ein besonderes Feature: Mit einer für das iPad® angepassten Version unseres Multi Media Interface (MMI) navigieren Sie schneller, einfacher und bequemer durch ausgewählte Highlights der App: Intuitiv bedienbare Funktionsvielfalt – ganz wie das Original in einem Audi!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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Rede Axel Strotbek zur Hauptversammlung 2013
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